Gymnasium
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Die sprachliche Ausrichtung

Bildungsprofil des Benediktinergymnasiums Ettal

Die sprachliche Ausrichtung

1. Die alten Sprachen

Die Werte unserer Gesellschaft und ihre tatsächliche konkrete Gestalt in der heutigen Zeit verweisen auf eine historische Dimension, die in ihrer Ganzheit nur zu verstehen ist, wenn man auch die antiken Wurzeln einbezieht. Dies zeigt sich auch heute, im 21. Jahrhundert, immer noch deutlich im gesellschaftlich-politischen wie im persönlichen Bereich. 

Sämtliche Grundfragen der menschlichen Existenz, die uns auch heute noch in gleicher Weise beschäftigen, sind in der Antike zum ersten Mal und in ihrer klassischen Form gestellt worden. Diese Inhalte in ihrer originalen Gewandung und Einbettung, in ihrem ursprünglichen Sitz im Denken und Leben kennen und aus der Situation ihrer Entstehung heraus, d. h. in ihrem ursprünglichen Sinn verstehen zu lernen, ist das letztendliche Ziel des altsprachlichen Unterrichts. Schüler erleben hierdurch Identität in Differenz: Durch die Beschäftigung mit menschlichen Grundexistenzialien in lateinischem oder griechischem Gewand wird das uns eigentlich Vertraute (Identität) durch die sprachliche Fremdheit (Differenz) ganz neu erfahren und reflektiert. Insofern führt der altsprachliche Unterricht die Schülerinnen und Schüler zu einer personalen Reife, wie es kaum ein anderer Unterricht zu leisten vermag.

Daneben leitet der Lateinunterricht zur Sprachreflexion an, vermittelt also Sprachkompetenz, die für die modernen Fremdsprachen ebenso fruchtbar ist wie auch für die Muttersprache.

2. Die neuen Sprachen

Zum unerlässlichen Rüstzeug für junge Menschen gehört jedenfalls Geläufigkeit in modernen Fremdsprachen. Besonders das Englische als die moderne „lingua franca“ einer globalisierten Welt ist unverzichtbar und eine geläufige Sprachbeherrschung meist notwendige Voraussetzung für den beruflichen Erfolg. Daher beginnen wir auch schon in den 5. Klasse mit einem Pick-up-Kurs, um für den Beginn der zweiten Fremdsprache in der 6. Klasse ein einheitliches Fundament zu schaffen und auf diese Weise jedem Schüler die möglichst gleichen Startbedingungen zu bieten.

Bei beiden modernen Fremdsprachen, Englisch und Französisch, wird besonderer Wert auf die mündliche Ausdrucksfähigkeit gelegt. Ergänzt wird das Angebot durch Schülerfahrten nach London und Paris sowie in Französisch durch ein Schüleraustauschprogramm in der 10. Klasse. Zusätzlich können Prüfungen nach dem DELF-Programm (Diplôme d’Etudes en langue française) abgelegt und das entsprechende Zertifikat erworben werden.

Überdies pflegen wir regen Kontakt und Austausch durch gegenseitige Schülerbesuche mit unserer Partnerschule Česká Lípa im Norden Tschechiens. Auch hier werden Brücken gebaut, die enges nationalstaatliches Denken überwinden und das Europa von morgen schaffen helfen.

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