Fahrt der P-Seminare der K11 nach München:
BuS - Berufs- und Studienorientierung
Zusammenhang der Metaphysik
mit der Theologie
Hochschule für Philosophie
Am 11.11.2009 hielt Dr. Phil.
Michael Bordt (Professor für Ästhetik, philosophische Anthropologie
und Geschichte der Philosophie), Rektor der philosophischen Hochschule
München, eine Vorlesung zum Thema "Zusammenhang der Metaphysik mit
der Theologie". Als Hauptthema der Vorlesung sprach er über die
Kritik an den Gottesvorstellungen.
Prof. Bordt begann zunächst mit einem
kurzen Überblick über die vergangene Vorlesung, in der es
hauptsächlich um den Kern der Polis-Religion ging. Er erklärte kurz,
was das Thema der heutigen Vorlesung sein sollte, nämlich die
Gottesvorstellungen von Religionskritikern.
Zuerst sprach er über die
Religionskritik von Dichtern und Philosophen. Sein erstes Beispiel war
der vorsokratische Philosoph und Dichter Xenophanes.
Er verfasste Dichtungen in lyrischer Form, zum Beispiel Kritiken am
luxuriösen Leben einiger Bürger, am hoch dotierten Leistungssport
("das Geld solle lieber Armen zukommen") und auch an
Gottesbildern, vor allem bezogen auf Homer und Hesiod. Von diesen beiden
übernimmt er die Versform, um die selbe Autorität zu erlangen und um
ihre Thesen in Frage zu stellen. In seinen Fragmenten wirft er ihnen zum
Beispiel vor:
Er kritisiert also die Vorstellung,
Götter seien wie Menschen und dass jeder seine Taten mit den Taten der
Götter begründet.
Des weiteren sprach Prof. Dr. Bordt
die Gottesvorstellungen der Naturphilosophen an. Er begannt mit Demokrit,
der den Götterglauben als Erklärung für unerklärliche Geschehnisse
bezeichnet.
Prodikos von
Keos dagegen behauptet, wichtige, relevante und nützliche
Sachen seien zu Göttern gemacht worden. Später wurden nicht die Dinge
selbst, sondern die Urheber zu Göttern gemacht.
Zuletzt sprach er ein Werk namens
"Sisyphos" an, dessen Autor unbekannt ist. In diesem werden
die Götter als allwissende Richter und Denker beschrieben. Somit wurde
ein Mittel der Erziehung geschaffen, indem man die Bevölkerung von
diesem Glauben überzeugte.
Der letzte Punkt der Vorlesung
behandelte die Vorsokratiker als Religionskritiker am Beispiel von Thales,
Anaximander und Anaximenes.
Das Problem der Interpretation ist, dass eine seriöse
Auseinandersetzung nicht möglich ist, da es keine direkten Texte von
ihnen gibt, sondern andere Autoren zitieren und schreiben über sie.
Einer dieser Autoren ist Aristoteles.
Er beschreibt das Verhältnis der drei zueinander (Thales war der Lehrer
von Anaximander, dieser der von Anaximenes) und macht deutlich, dass sie
das Wasser als Ursache von allem sehen.

Nach der Vorlesung mit dem Thema
"Kritik an Gottesvorstellungen" wurde uns ein Gespräch mit
dem Rektor der philosophischen Hochschule in München, Prof. Dr. phil.
Michael Bordt (Professor für Ästhetik, philosophische Anthropologie
und Geschichte der Philosophie) ermöglicht. Die wichtigsten Fragen, die
gestellt wurden sollen nun kurz erläutert werden:
Wie ist der Zusammenhang der Philosophie
mit der heutigen Arbeitswelt?
Die Wirtschaftskrise hängt unter
anderem mit persönlichen Werten zusammen, die heute immer wichtiger
werden. Es ist bewiesen, dass ethikbewusste Unternehmen immer effektiver
arbeiten können. Die Unternehmen erhoffen sich einen Punkt, an dem
sinnvoll weitergearbeitet werden kann. Auch das Thema
"Selbsterkenntnis" als Vortrag in Firmen wird immer häufiger
gewünscht.
Wie sehen die Berufswege nach dem Philosophiestudium
aus?
Die meisten Studenten belegen das Fach
Philosophie als Parallelstudium. Häufig sind es Theologen, Mediziner,
Juristen oder Wissenschaftler, die in ihrem weiteren Berufsleben
hauptsächlich mit Menschen konfrontiert sind. Es gibt also kaum einen
Beruf, der nur mit dem Philosophiestudium erreicht werden kann.
Wie sieht das Philosophiestudium in der Hochschule
für Philosophie
im Allgemeinen aus?
Die meisten Professoren und Dozenten dieser Hochschule
sind Jesuiten. Neben normalen Philosophievorlesungen werden auch Themen
wie Rhetorik als Vorlesung angeboten. Es gibt die Möglichkeit,
Stipendien zu bekommen, die es finanziell ermöglichen bzw. erleichtern,
gleichzeitig an zwei verschiedenen Unis zu studieren. Um dieses Studium
zu absolvieren soll der Wille, sich Zeit nehmen zu wollen um
nachzudenken existieren (Berufung).
Was ist der Unterschied zwischen antiken Philosophen
und den Philosophen heute?
Heute beschäftigen sich Philosophen nicht mehr mit
den Fragen über die Entstehung der Welt oder über Gedanken zur
Erklärung von Unerklärlichem. Dagegen ist Philosophie eine
Auseinandersetzung mit der Geistesgeschichte. Heutige Philosophen sollen
diese Gedanken und Ergebnisse den Mitmenschen vor Augen führen.
Marina Breidenbach und Isabell Schwaninger (Q11)